Was ist eine Osteitis pubica?
Die Osteitis Pubica ist eine entzündliche Erkrankung des Schambeins (Os pubis) und der umgebenden Gewebe. Sie tritt häufig bei Sportlern auf, insbesondere bei Fußballern, Läufern oder Tennisspielern, und ist häufig durch Überlastung und/oder mechanische Reizung bedingt. Sie kann aber auch nach chirurgischen Eingriffen im Beckenbereich entstehen. Typische Anzeichen sind:
- Schmerzen im Schambeinbereich, die sich beim Gehen, Treppensteigen oder Sport verstärken
- Eingeschränkte Beweglichkeit der Hüfte und Leistenschmerzen
- Druckempfindlichkeit im Bereich des Schambeins
- In schweren Fällen Schwellungen oder Rötungen
Behandlung der Osteitis pubica
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und Schwere der Erkrankung. Grundsätzlich stehen konservative Therapie (nicht-operativ) im Vordergrund. Dazu gehören Vermeidung schmerzhafter Bewegungen und sportlicher Aktivitäten, Physiotherapie, sowie Einnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln. Darüber hinaus sind Injektionstherapien möglich.
In den letzten Jahren hat in Europa die minimal-invasive Gelenkembolisation als vielversprechende Behandlungsoption für Patienten mit chronischen Schmerzen oder Beschwerden des Bewegungsapparates eingesetzt, wenn konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerzmedikation oder Injektionen nicht den gewünschten Erfolg bringen. Die Gelenkembolisation kann auch bei Osteitis pubica eingesetzt werden.
Was ist eine Gelenkembolisation?
Die Gelenkembolisation ist ein interventionell-radiologischer Eingriff, bei dem gezielt kleine Blutgefäße, die das entzündete Schambein versorgen, vorübergehend verschlossen werden. Dadurch wird die Durchblutung in den betroffenen Bereichen reduziert, was zu einer Verringerung der Entzündung und der Schmerzen führt.
Für wen ist die Methode geeignet?
Die Gelenkembolisation ist besonders für Patienten mit chronischer Osteitis pubica interessant, bei denen die Erkrankung bereits seit längerem besteht und die auf konventionelle Therapieansätze und Infiltrationen nicht oder nicht ausreichend ansprechen.
Verfahren der minimal-invasiven Gelenkembolisation
Der Eingriff erfolgt unter lokaler Betäubung und wird von einem interventionellen Radiologen durchgeführt. Ein dünner Katheter wird über die Leistenarterie (A. femoralis) oder Unterarmarterie (A. radialis) eingeführt und bis zu den betroffenen Blutgefäßen im Bereich des Schambeins vorgeschoben. Mithilfe eines Kontrastmittels werden die Gefäße sichtbar gemacht, die für die anhaltende Entzündung verantwortlich sind. Die betroffenen Gefäße werden mit vorübergehend blockiert (Embolisation). Dadurch wird die übermäßige Durchblutung reduziert, wodurch sich die Entzündungsreaktion abschwächt.
Welche Mittel werden verwendet?
- Imipenem/Cilastatin ist ein Antibiotikum, das aufgrund seiner physikalischen und chemischen Eigenschaften auch als Embolisationsmittel eingesetzt werden kann. Es wird in kristalliner Form in die betroffenen Gefäße injiziert und löst sich nach einiger Zeit auf.
- Resorbierbare Partikel wie Gelatine-Mikrosphären oder polyvinylalkohol-basierte Materialien werden ebenfalls verwendet, um die Durchblutung gezielt und temporär zu reduzieren.
Wann ist mit einer Schmerzlinderung zu rechnen?
Viele Patienten berichten bereits wenige Tage nach dem Eingriff über eine deutliche Verbesserung der Beschwerden. Ein Therapieerfolg ist allerdings nach derzeitiger Datenlage nicht garantiert, der Erfolg der Methode hängt von der sorgfältigen Auswahl geeigneter Patienten ab.
Fazit
Die minimal-invasive Gelenkembolisation stellt eine mögliche Behandlungsoption für Patienten mit anhaltenden Beschwerden durch Osteitis pubica dar. Durch die gezielte Reduktion der Durchblutung im entzündeten Bereich kann der Heilungsprozess beschleunigt und die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessert werden.